Körperorientierte Traumatherapie

Jedes Erlebnis, jede Emotion und jeder Gedanke ist mit spezifischen Körperempfindungen verbunden. Unser Körper „spricht“ genauso mit uns wie unsere Gedanken und speichert Erlebnisse in seinen Muskeln, Organen und im Gewebe ab. Dieses unbewusste Körpergedächtnis erinnert Erlebnisse oft zuverlässiger als unser „Denkhirn“.

Wenn ungelöste Probleme ins uns „stecken“ oder uns blockieren, geht das mit körperlichen Anspannungen einher. Der Körper strebt immer nach der Vollendung eines Impulses, nach der Auflösung einer Belastung, um aus seiner Anspannung wieder in einen entspannten und damit funktionsfähigeren und gesünderen Zustand zu gelangen.

 

Die zugrundeliegenden Theorien der körperorientierten Traumatherapie nach Rudolf Müller-Schwefe beziehen sich auf die Entwicklung der Reflexe und Reaktionen in der kindlichen Entwicklung, der Polyvagaltheorie und der Reichianischen Pulsationstheorie.

 

3 Phasen der Traumatherapie: Stabilisierung – Verarbeitung – Integration:

Stabilisierung bedeutet in der körperorientierten Arbeit in erster Linie Entlasten von Übererregung und zuviel Spannung, Erden der Energie und Kontrolle gewinnen über das eigene Empfinden. Spezifische körperliche Übungen helfen, Sicherheit im eigenen Körper, Stabilität und Kontrolle zu erlangen.

 

Bei der Verarbeitung eines Traumatas wird nach den unterbrochenen Reflexen, Impulsen und Reaktionen mithilfe genauer Körperwahrnehmung geforscht, die in ihrer Absicht nachvollzogen und wenn nötig entladen werden. Während des Traumas unterdrückte oder vergeblich ausagierte Affekte finden den individuell passenden Ausdruck in der Gegenwart und können auf diese Weise zum Abschluss kommen.

Bei der Integration wird neben der narrativen und emotionalen Integration auch auf das „Wieder-Bewohnen“, das Wieder lebendig werden im Körper geachtet.

 

Die Körper-Fortbildungen finden Sie im Seminarkalender.